Politik

Chinas Autobauer und ihr Weg nach Europa: Die Automesse in Peking

Die Automesse in Peking stellt die ambitionierten chinesischen Autobauer vor, die den europäischen Automarkt erobern wollen. Innovation trifft auf Tradition in einem neuen globalen Wettbewerb.

vonFelix Hoffmann25. Juli 20261 Min Lesezeit

In der schimmernden Halle der Peking Automesse dröhnt das Geräusch von Motoren und die Luft ist durchzogen von dem süßen Duft frisch lackierter Karosserien. Fliegende Lichter und futuristische Designs konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Zuschauer, während die Vertreter der verschiedenen Hersteller eifrig ihre neuesten Modelle präsentieren. Ein gelbes Elektroauto mit kantigen Linien steuert direkt auf die Bühne zu; der Fahrer, ein junger Mann, trägt eine schicke Sonnenbrille und einen Anzug, der so gut sitzt, dass er wahrscheinlich selbst bei einer Börsennotierung nicht fehl am Platz wäre. Aus den Lautsprechern ertönt ein enthusiastisches „Das ist der neue Weg, die Zukunft zu gestalten!“, gefolgt von einem Beifallssturm der anwesenden Pressevertreter, die anscheinend den drohenden Übergang der Automobilbranche bereits spüren können.

Ein paar Meter weiter stehen ältere europäische Modelle in schattigen Ecken, die durch die Flut neuer Designs fast in Vergessenheit geraten scheinen. Die Ansprüche an die Automobilindustrie im Zeitalter von Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden von den chinesischen Herstellern geradezu entlarvt: Während noch vor wenigen Jahren die Europäer die Messlatte setzten, scheinen sie nun die Rolle der Zuschauer eingenommen zu haben. Fast wie bei einem klassischen Theaterstück zeichnen die Chinesen die neuen Regeln des Spiels auf eine Art und Weise, die gleichsam beeindruckend und beunruhigend ist.

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